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9 Fotografie Tipps für bessere Fotos

Der wichtigste Tipp ist dieser: Du solltest immer eine Kamera dabei haben – wirklich immer.

Nur dann entgehst du den entscheidenden Situationen, in denen du ganz schnell zur Kamera greifen willst – aber wieder Mal nix dabei.

Und man ärgert sich über sich selbst, weil man vor lauter Bequemlichkeit die Kameratasche zu Hause gelassen hat.

Einige der beliebtesten und wichtigsten Fotografie Tipps , die zu besseren Fotos führen, habe ich unten aufgelistet.

 

1. Erstaunlich einfach: Die Drittel-Regel

Bevor ich damals, als ich noch jung war – also im vergangenen Jahrhundert – mit dem Fotografieren anfing, hatte ich mich oftmals gewundert, warum Fotografien von Claudia Schiffer um Einiges harmonischer wirkten, als die von meiner Oma.

Fotografie Tipps Drittel-Regel-Oma
Kein bildwichtiges Element liegt auf einem Schnittpunkt.

Mal abgesehen von marginalen optischen Unterschieden lag das mit einiger Sicherheit daran, dass Frau Schiffer von Profis fotografiert worden ist.

Nach der “Drittel-Regel” oder nach dem “Goldenen Schnitt”.

Diese Regel hilft dir, beeindruckende Bilder zu machen, weil sie eine der effektivsten Kompositionsregeln verwendet.

Wenn du Bilder mit dem gewissen “Wow”-Faktor machen willst, ist die Drittel-Regel das Kompositionsgeheimnis, das du nutzen solltest!

Um die Drittel-Regel anzuwenden, stelle dir vier Linien vor.

Zwei davon liegen horizontal über dem Bild und zwei vertikal.

Sie bilden neun Quadrate.

Einige Bilder sehen am besten mit dem Fokuspunkt in der Mitte des Quadrats aus, aber wenn du das Motiv außerhalb der Mitte an einem der Schnittpunkte der gedachten Linien platzierst, entsteht häufig ein ästhetischeres Bild.

Ein nach der Drittel-Regel komponiertes Bild ist in der Regel interessanter und schöner für das Auge. Wie das nächste Bild:

Fotografie Tipps Drittel-Regel-Auge-Model
Das linke Auge des Models liegt genau auf dem Schnittpunkt.

 

Fotografie Tipps Goldener-Schnitt-Horizont
Goldener Schnitt: Bei harmonischen Fotos ist einharmonischer Bildaufbau sinnvoll.

2. Ärgerlich: Verwackelte Bilder

Verwacklung oder Unschärfe ist etwas, das jeden Fotografen ärgert. So kannst du es vermeiden:

Zuerst musst du lernen, wie du deine Kamera richtig hältst.  Benutze beide Hände, eine um den Kamera Body und eine um das Objektiv herum. Halte die Kamera nahe am Körper.

Vergewissere dich außerdem, dass du bei der Aufnahme von Hand eine Verschlusszeit verwendest, die der Brennweite Ihres Objektivs entspricht. Wenn die Verschlusszeit zu lang ist, führt jede kleine Bewegung der Kamera dazu, dass dein gesamtes Foto verschwommen erscheint. Die Faustregel ist, nicht mit einer Verschlusszeit zu fotografieren, die länger ist als Ihre Brennweite:

1 / Brennweite (in mm) = Minimale Verschlusszeit (in Sekunden)

Wenn du also beispielsweise ein 50-mm-Objektiv verwendest, sollte die Verschlusszeit nicht kleiner als 1/50 sein.

Verwende nach Möglichkeit ein Stativ oder Einbeinstativ.

Mehr zum Thema: Knackscharfe Fotos.

 

3. Dreiecksbeziehung: das Belichtungsdreieck

Damit deine Fotos in Bezug auf Belichtung und Gesamterscheinung optimal aussehen, musst du über drei Faktoren die Grundkenntnisse haben:

Blende, Verschlusszeit und ISO.

Fotografie Tipps Belichtungsdreieck

Du solltest die Zusammenhänge zwischen diesen drei Funktionen verstehen. Wenn du eine von ihnen veränderst, musst du normalerweise mindestens eine der anderen ändern, um die gewünschten Resultate zu erhalten.

Die Verwendung des Automatik-Modus kümmert sich um diese Funktionen, aber du zahlst einen Preis dafür. Wahrscheinlich sehen deine Fotos nicht so aus, wie du dir das vorgestellt hast.

Letzten Endes hat die Vollautomatik die Entscheidungen getroffen und nicht du als Fotograf.

 

4. Nordpol, Südpol – Polfilter?

Wenn du einen Filter für dein Objektiv kaufen willst, denke über einen Polarisationsfilter nach.

Empfehlenswert sind zirkulare Polarisationsfilter, da diese es Ihrer Kamera ermöglichen, TTL-Messungen (durch das Objektiv) wie z.B. die automatische Belichtung zu verwenden.

Ein “normaler” Polfilter ist linear. Er lässt nur Licht einer bestimmten Polarisationsrichtung durch, und dabei ist die Richtung des Lichtes egal.

Leider haben jedoch Belichtungs Messsysteme von DSLRs Schwierigkeiten mit linear polarisiertem Licht und können dann falsche Ergebnisse liefern. Deshalb werden meistens zirkulare Polfilter verwendet.

Dieser Filter hilft außerdem Reflexionen von Wasser, Metall und Glas zu reduzieren; er verbessert die Farben des Himmels und der Blätter und verleiht deinen Fotos einen besonders reizvollen Effekt. Außerdem schützt er die Linse vor Kratzern.

 

5. Das Geheimnis liegt in der Tiefe

Beim Fotografieren von Landschaften solltest du die Möglichkeit nutzen, ein Gefühl der Tiefe zu erzeugen. Gib dem Betrachter das Gefühl, dass er sich mitten im Geschehen befindet.

Verwende ein Weitwinkelobjektiv für einen Panoramablick und eine kleine Blende von f/16 oder kleiner, um Vorder- und Hintergrund scharf zu stellen. Ein Objekt oder eine Person in den Vordergrund zu plazieren, hilft, ein Gefühl der Größe zu vermitteln und betont, wie groß die Entfernung ist.

Verwende nach Möglichkeit ein Stativ, da eine kleine Blende in der Regel eine längere Verschlusszeit erfordert.

 

6. Ziemlich simpel: Einfach strukturierte Hintergründe

Der einfache Weg ist in der Regel der beste in der digitalen Fotografie. Du musst entscheiden, was in der Aufnahme sein soll, ohne dass dabei irgendetwas vom Motiv ablenkt.

Wenn möglich, wähle einen neutralen Hintergrund – also neutrale Farben und einfache Strukturen. Du willst ja schließlich, dass das Augenmerk auf den Focuspunkt des Bildes gelenkt wird und nicht auf einen Farbfleck oder ein seltsames Gebäude im Hintergrund. Dies ist besonders wichtig bei einer Aufnahme, bei der das Modell nicht in der Mitte steht.

 

7. Donnerschlach: Kein Aufsteckblitz

Der Blitz kann besonders bei Innenaufnahmen unnatürlich wirken, weil er harte Schatten erzeugt. Gottseidank gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Bild in Innenräumen aufzunehmen, ohne auf Blitzlicht zurückgreifen zu müssen.

Zuerst stellst du den ISO-Wert nach oben – normalerweise erlaubt ISO 800 bis 1600 einen gewisse Flexibilität bei der Wahl der Verschlusszeit. Bei guten Kameras wird sich das Rauschen in Grenzen halten.

Verwende eine möglichst große Blende – so erreicht mehr Licht den Sensor und du hast einen schönen, unscharfen Hintergrund. Die Verwendung eines Stativs oder eines I.S. (Image Stabilization) Objektivs ist ebenfalls eine gute Maßnahme, um Verwacklungen zu vermeiden.

Wenn du unbedingt einen Blitz benutzen musst, dann verwende einen Blitz mit einem Kopf, den du drehen kannst. Richte das Blitzlicht in einem entsprechenden Winkel auf die Decke. Die reflektiert das Licht und leuchtet dein Motiv (fast) natürlich aus.

 

8. Mimose: Wähle die richtige Empfindlichkeit

Die ISO-Einstellung bestimmt, wie lichtempfindlich der Sensor deiner Kamera und wie fein die Körnung deines Bildes ist. Die ISO-Wahl hängt von der Situation ab – wenn es dunkel ist, müssen wir den ISO-Wert auf eine höhere Zahl erhöhen, z.B. von 400 – 3200, da die Kamera dadurch lichtempfindlicher wird und wir dann Verwacklungen vermeiden können. An sonnigen Tagen können wir ISO 100 oder die Auto-Einstellung wählen, da wir mehr Licht zum Arbeiten haben.

Wenn du ein Motiv in Bewegung aufnehmen möchtest, verwende die Schwenkmethode.

Um dies zu tun, wähle eine Verschlusszeit um zwei Schritte niedriger als nötig – für 1/250 würden wir also 1/60 wählen. Richte die Kamera auf das Motiv und drücke den Auslöser zunächst halb durch um scharf zu stellen.

Verwende nach Möglichkeit ein Stativ oder Einbeinstativ, um Verwacklungen zu vermeiden und klare Bewegungslinien zu erhalten.

 

9. Keine Experimente – Verschlusszeit

Scheuen dich sich nicht, mit der Verschlusszeit zu spielen, um interessante Effekte zu erzielen.

Wenn du eine Nachtaufnahme machst, verwende ein Stativ und versuche es mit einer Verschlusszeit von 4 Sekunden. Du wirst sehen, dass die Bewegung des Objekts zusammen mit einigen Lichtspuren erfasst wird. Wenn du eine kürzere Verschlusszeit von z.B. 1/250stel Sekunde wählst, sind die Spuren nicht so lang oder hell, sondern du frierst die Aktion ein.

Versuche, andere Kompositionen mit bewegten Objekten oder Hintergründen aufzunehmen.  Besonders geeignet sind Wellen am Strand, Menschenmassen zu Fuß, fahrende Autos. Die kannst du mit unterschiedlichen Verschlusszeiten aufzunehmen, um entweder verschwommene Bewegungen oder Schnappschüsse aufzunehmen.

Bei der Verwendung von langen Verschlusszeiten zur Bewegungsunschärfe ist es wichtig, dass die Kamera stabilisiert ist, um Verwacklungen zu vermeiden.

Fotografie Tipps, der letzte:

Wenn Du daran denkst, Geld für neue Kameras und Objektive auszugeben, denke zweimal nach.

Viele sind am Ende enttäuscht, dass ihr glänzendes neues Spielzeug nicht den “Wow”-Faktor produziert, den sie erwartet hatten.

Du kannst selbst mit einer einfachen Kamera beeindruckende Fotos machen, auf die Sie stolz sein werden. Auch, wenn sie nur mit einem Standardzoomobjektiv ausgestattet ist.

Aber – wenn man die Grundlagen des Fotografierens nicht verstanden hat, wird man trotz teurer Ausrüstung und guter Fotografie Tipps keine guten Fotos machen.

Deshalb ist es wichtig, Komposition und Licht zu beherrschen, bevor man etwas für die neue Ausrüstung ausgibt.

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